Der Reisebus wurde entladen und Träger übernahmen den Transport zum Hotel. Wir mussten durch schmale, geschotterte Wege durch den Regenwald laufen und eine schwankende Hängebrücke überqueren. Anders konnte man nicht zu der
Ecolodge Bukit Lawang , die direkt am
Gunung Leuser-Nationalpark lag, gelangen.
Im ganzen war das Hotel sehr einfach, aber da es direkt im Dschungel am Nationalpark lag, entschädigte für alles. Nach der Ankunft gingen wir erst mal Duschen und mussten feststellen, das die gesamte Haussicherung unserem Reisefön nicht gewachsen war. Nach dem ein freundlicher angestellter diese wieder eingelegt hatte, beschlossen wir, die Haare in der Sonne trocknen zu lassen und erstmal die Hotelbar zu testen, die unter einem Dach in einem Nebengebäude gelegen war und auch gleichzeitig als Rezeption diente. Die Bedienung war schnell und das Bier kalt und preiswert.

An der Bar in der Ecolodge Bukit Lawang
Gegen Abend traf sich unsere Gruppe an der Bar und wir gingen mit unserem Reiseleiter Huli zum Restaurant "Rindu Alam" in einem Hotel in der Nähe (auf der anderen Seite der Brücke). Das Abendessen war heute Inklusive und es gab eine Indonesische Reistafel.
Nach dem Abendessen trafen wir uns noch alle an der Hotelbar in unserem Hotel und gingen zeitig ins Bett.
Eine giftige, grüne "Waglers Lanzenotter" (Tropidolaemus wagleri)
4.Tag (Do) Morgens um 6:30 Uhr gab es Frühstück, wobei wir zwischen mehreren wählen konnten. Susanne entschied sich für Pfannkuchen, ich dagegen für das American Breakfast. Tee und Kaffe konnte man sich selbst an der Theke frisch aus großen Thermoskannen abzapfen. Dabei beobachteten wir die
Schwarzweißen Kammlanguren (Presbytis bicolor, Syn.: P. melalophos bicolor) in den Bäumen um das Restaurant.
Um 7 Uhr begann dann mit einem Führer unsere Wanderung durch den Nationalpark. Der Zugang war ja direkt hinter dem Hotel. Einen ersten Halt machten wir bereits an einem Baum am Sportplatz hinter dem Haus. Hier hatte der erfahrene Führer eine giftige, grüne "
Waglers Lanzenotter" (Tropidolaemus wagleri) entdeckt. Diese Art gilt als nicht sonderlich aggressiv und ihr Biss ist für erwachsene Menschen nicht tödlich, doch sollte man nach einem Biss lieber einen Arzt aufsuchen. Uns tat sie aber nichts und lies sich in aller Ruhe fotografieren. Eigentlich ist es auch eine nachtaktive Schlange, die eigentlich nur ihre Ruhe haben wollte.
Anschliessend ging es unendliche Treppen den Berg hinauf, so dass ich mehrfach Pause machen musste und schon dachte, ich würde die Wanderung abbrechen müssen. Doch irgendwie schaffte ich es dann doch.
Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii)
Dann ging es querfeldein durch den Regenwald. Bergauf und bergab. Immer auf der Suche nach
Sumatra-Orang-Utans (Pongo abelii). Nach langem Suchen hatten wir aber Glück und konnten ein junges Weibchen in einem Baum entdecken. Sie zeigte wenig Scheu und wir konnten in Ruhe unsere Fotos machen und sie bei der Futtersuche beobachten. Allein dieser Anblick aus nächster Nähe war den ganzen Urlaub Wert gewesen.
Wir wanderten weiter, wobei es immer wieder querfeldein ging, aber wir trafen auf keine weiteren Tiere. Irgendwann trennte sich dann unsere Gruppe. Ein Teil wollte noch weiter mit dem Guide den Berg hinauf, um Orang Utans zu finden, die andere hälfte beschloss, mit Huli den Rückweg anzutreten. Wir entschieden uns beide für den Rückweg.

Gunung Leuser-Nationalpark
Nach endlosen Treppenstufen bergab erreichten wir unser Ressort. Gerade Rechtzeitig, um noch restlichen Kaffee vom Frühstück zu ergattern.
Nach dem um 10:45 Uhr alle wieder im Camp waren, wurden die Koffer abgeholt und über die Hangbrücke zum Bus gebracht.
Dieser war inzwischen mit frisch reparierten Reifen bestückt worden.