Mittags in Korem
11.Tag (Fr)
Unsere Nacht endete um 5 Uhr, denn die Abfahrt war auf 6:30 festgesetzt worden, da der Weg via Korem nach Lalibela 360 Kilometer betrug. Bei den hiesigen Straßenverhältnissen war es somit eine ganze Tagesreise. Es ging durch das traumhafte Hochland, wobei wir über 3300 Meter erreichten.
Gegen 11 Uhr machten wir in einem Dorf halt, weil einige Geld tauschen wollten. Ich ging mit einigen anderen in ein Café und trank zwei starke Kaffee mit Zucker.
Danach ging es weiter und zur Mittagszeit machten wir einen Halt bei einem guten Restaurant,
wo wir auf der Terrasse zu Mittag aßen und ein Meta-Bier genossen.
Die letzten 60 Kilometer bis Lalibela waren für mein Bein grausam. Es gab nur noch eine unbeleuchtete
Schotterpiste. Dadurch hatte ich schlimme Schmerzen durch das Geholperte.
Unser Hotel in Lalibela
Gegen 20 Uhr erreichten wir das
"Hotel Lal" , eine Ansammlung einzelner, kleiner Häuser. Edna hatte irgendwie eine zweite Krücke (ein deutsches Fabrikat) aufgetrieben. Endlich konnte ich nun selbst auf zwei unterschiedlichen Krücken vorwärts humpeln lernen und war weniger auf die Hilfe anderer angewiesen.
Das Abendessen fand auch im Hotel statt und anschließend gingen wir in der Bar. An dem Abend lernten wir eine Niederländische Orthopädin kennen, die in einer Klinik für eine Hilfsorganisation im Lande arbeitete. Sie machte hier auch Urlaub. Sie interessierte sich sehr für meinen Fall und wollte die Röntgenbilder sehen, die Susanne schnell aus der Hütte vorbei brachte. Sie gab auch ihre Meinung zu dem Fall und der Arbeit der Ärzte und bestätigte, dass sie für deren Verhältnisse das Richtige getan hatten. Doch sie hätte mich lieber in die Klinik gebracht, wo sie arbeitete, da es dort nach dem Stand der Europäischen Medizin mit modernen Methoden versorgt würde. Aber das ging ja leider nicht, da es zu weit weg war.
Bete-Giyorgis-Kirche (Kirche des Heiligen Georg) in Lalibela.
12.Tag (Sa)
Heute war eine Ganztagesbesichtigung der Felskirchen von Lalibela angesagt. Somit trennten sich die Wege meiner Frau und mir nach dem Frühstück um 9 Uhr. Schade, ich hatte mich ja auf dieses Highlight der Reise gefreut, aber das geklebter war ja zu viel für mich. Somit sollte sie besser allein fahren und gute Bilder mitbringen.

Felsenkirchen von Lalibela
Susanne war den ganzen Tag mit der Gruppe unterwegs und brachte Abends auch viele Bilder und Erinnerungen mit, was sie erlebt hatte. Dazu eine Liste der besichtigten Kirchen und sagte mir, dass ich ruhig hätte mitkommen können. Vor Ort waren Träger, die auch einige alte Leute, die nicht gut laufen konnten, durch alle Kirchen getragen hatten.
Meinen Tag verbrachte ich bis mittags auf der Veranda. Inzwischen hatte ich die Hotelangestellten kennengelernt, die für den Abend Dekorationen aus Papier für eine Hochzeitsfeier im Hotel vorbereiteten. Als sie fertig waren, tranken wir zusammen noch einige Gläser des selbstgemachten
Hiersebiers (Talla). Trotzdem wir keine gemeinsame Sprache sprachen (sie konnten nur wenige Brocken Englisch) war es ein schöner Nachmittag. Irgendwie haben wir uns schon mit Händen und Füssen verständigt und auch verstanden.
Später hatte ich dann 2 Stunden geschlafen und dann kam auch die Gruppe wieder ins Camp.
Abends aßen wir wider im Restaurant des Hotels. Es gab ja kein anderes Restaurant in der Gegend.