Auf der Maliboro-Road in Jogjakarta
Wir bestellten uns zusammen eine Portion Spring Rolls als Vorspeise. Danach entschied ich mich für Pilz-Sate und Susanne hatte frittierte Nudeln (Bami Goreng).
Im Regen fuhren wir danach zwei Stunden zurück nach Yogjakarta. Direkt auf der
Maliboro-Road am Bahnhof stiegen wir aus dem Bus, um auf eigene Faust die Straße und deren Läden zu erkunden. Viel hatte sich hier in den letzten 20 Jahren nicht verändert. Außer, dass die Besitzer von Marktständen inzwischen Läden eröffnet hatten. Marktstände waren fast völlig verschwunden. Aber die typischen Pferdekutschen fuhren natürlich immer noch.
Am Ende der Straße, kurz vor dem Vogelmarkt trafen wir wieder den Reiseleiter Huli und den Rest der Gruppe. Hier wartete auch der Bus auf uns. Unser heutiges Hotel
Gallery Prawirota war nicht weit entfernt. Wir gingen duschen und trafen uns um 19 Uhr in der Lobby. Huli hatte auch dieses mal für uns gesorgt, und im nahe gelegenen Restaurant
ViaVia unseren Besuch angekündigt. Er selbst ging aber nicht mit.
Susanne bestellte sich Pumpkin Ravioli und ich einen Beefburger. Dazu gab es wie immer Bintang-Bier.
Zusammen gingen wir dann alle zurück zum Hotel, wo ich mir eine zweite Zimmerkarte geben lies. Im Restaurant schrieb ich noch bei einem Bier meinen täglichen Reisebericht und ging dann auch zu Bett.
Batik-Manufaktur WH Kabul, Yogjakarta
10.Tag (Mi)Um 6:30 endete mal wieder die Nacht und wir gingen zum Frühstück. Die Auswahl war mal wieder gut, aber leider verklemmte sich der Toaster. Ich wollte nicht mit einem Messer darin herumstochern und rief das Personal zur Hilfe. Zwei Angestellte schafften dann, das Problem zu beheben. Mein Toast war danach leider mehr als angetoastet. Danach begab ich mich auf die Suche nach der Eier-Station. Die hatte man aus Platzgründen außerhalb des Restaurants aufgestellt.
Wir fuhren mit dem Bus zuerst zu der Batik-Manufaktur "
WH Kabul", wo uns deren Arbeiten gezeigt wurden und wo wir auch welche kaufen konnten. Da wir sowas aber bereits zuhause hängen hatten, verzichteten wir beide im Gegensatz zu manch anderen aus der Gruppe.
Nach der Besichtigung fuhren wir weiter zur Tempelanlage
Prambanan, der größten hinduistischen Tempelanlage Indonesiens und einer der größten hinduistischen Tempel in Südostasien.
Prambanan-Tempel
Lange Zeit war die Tempelanlage von ca. 875 zerstört und daher nicht zu betreten.
Auch bei unserem Besuch vor 20 Jahren. Im Jahr 2013 konnten wir sie auch nur von außen aus einiger Entfernung, wegen der Schäden durch ein Erdbeben, besichtigen. Noch waren erst ca. 40% restauriert und wieder aufgebaut. Inzwischen wurde die Rekonstruktion durch KI-Unterstützung, welche die Steine zuordnet, durchgeführt, aber es lagen noch schätzungsweise 200 Jahre Arbeit vor den Restauratoren.

Shiva-Tempel
Tatsächlich war der
Shiva-Tempel aber für Besucher geöffnet, was nicht alltäglich war. Ich blieb aber lieber draußen, doch Susanne nutzte die Chance, in das Innere zu gehen und auch Fotos zu machen.

Wasserspeier am Shiva-Tempel
Um zum Ausgang zu gelangen, mussten wir mal wieder einen Markt durchqueren, wo wir auch den Anschluss zur Gruppe verloren. Ich kaufte einem alten Händler noch Zigaretten ab, die sich im Nachhinein aber als ungenießbar herausstellten. Sie bestanden fast nur aus Nelken und Gewürzen. Dadurch waren unglaublich stark und scheinbar nur Indonesier liebten sowas. Den größten Teil hab ich noch am selben Abend vor unserem Hotel in einem Mülleimer entsorgt. Nur zwei ungeöffnete Schachteln mit Inhalt hab ich als Andenken behalten.
Der Sultanspalast von Yogjakarta
Als alle wieder im Bus waren, ging es zurück nach Yogjakarta und zum
Sultanspalast (Kraton). Wir parkten ein Stück außerhalb und mussten daher eine Weile laufen. Da ich den Fotorucksack auf hatte und es wieder sehr heiß war, war das ziemlich anstrengend.
Bald hatten wir den Palast des Sultans, der aber nur 4 Töchter und somit keinen Nachfolger hatte erreicht und uns erwartete eine Angestellte des Palastes, in dem sie auch angestellt war. Natürlich hatte der Sultan nur noch repräsantive Aufgaben, doch er wurde noch immer hoch geachtet und verließ selten die Palastmauern (und wenn, dann in seinem Mercedes). Zu Gesicht konnten wir ihn nicht bekommen.

Palastwache
Die Angestellte führte uns durch das Anwesen und die verschiedenen rituellen Plätze so wie das kleine Museum, wo wertvolle Geschenke an den Sultan und alte Kleidung, so wie seine Sänften zu sehen waren. Darunter auch Meißener Porzellan aus Deutscher Kaiserzeit.

Wir in einer Mopedrikscha
Am Ende der Besichtigung erwartete uns eine Überraschung, denn anstelle des Reisebusses standen eine Flotte Mopedrickschas für uns bereit.
Je eine enge Kiste für zwei Personen mit deren Gepäck. Abenteuerliche Sache ohne Gurt.
Beim Schattenfigurenmacher (Wayang)
Die Fahrt ging durch die Strassen vom Zentrum Yogjakartas einem Schattenfigurenmacher (
Wayang). Hie werde uns gezeigt, wie die Schattenfiguren in Handarbeit gefertigt wurden. Die handwerkliche Herstellung einer Wayang-Kulit-Figur in spielfähiger Größe dauerte einige Wochen, wobei meist mehrere Handwerker (Künstler) nacheinander daran arbeiteten. Zunächst der, der die Mastervorlage (meist aus Papier) auf das Büffelleder aus Sulawesi übertrug, dann der, der die Figur in ihrem Umriss ausstanzte und ebenso die filigranen Strukturen (Durchbrüche/Löcher). Danach wurde die Figur geglättet, meist mit einer Glasflasche, und grundiert. Die Struktur wurde geprüft und eventuell nachgearbeitet. Eine weitere Glättung erfolgte vor der miniaturhaft-feinen Bemalung, die häufig von einem weiteren Handwerker vorgenommen wurde. Zum Schluss wurden die beweglichen Teile (Oberarme, Unterarme mit Händen und den zugehörigen Spielstäben) sowie der zentrale Versteifungs- und Haltestab an den Rumpf montiert.
Nach dem wir alles gesehen hatten, zeigte man uns den Verkaufsraum. Die hier angebotenen Figuren hatten aber bei weitem nicht die Qualität der Sachen, deren Herstellung uns gezeigt wurde. Für mich sah es nach industrieller Massenware für Touristen aus.
Susanne hatte sich aber in ein Stück verliebt, das fertig war und uns bei der Herstellung gezeigt und herumgereicht wurde. Es stellte sich heraus, das dieses der Lehrmeister des Betriebsleiters gemacht hatte und einzigartig war. Nach einigen Verhandlungen gehörte uns aber dann dieses handwerklich hergestellte Teil für 50 US Dollar.
Der Westeingang, der Gedhong Gapura Hageng, wurde früher als Haupteingang zum Badekomplex genutzt.
Wir zwängten uns wieder in unsere enge Mopedrikscha und die Fahrt durch die Strassen von Yogjakarta ging weiter.
Das nächste Ziel war der Wasserpalast
Taman Sari.
Er war ein Ort eines ehemaligen königlichen Gartens des Sultanats Yogyakarta, von dem nur noch der zentrale Badekomplex gut erhalten ist. Hier wagen früher die Schwimmbäder der Sultansfrauen und viele kleine Gewürzküchen.
Nach der Besichtigung stiegen wir wieder in die Mopedrickschas. Mit ihnen fuhren wir nun wieder bis zu unserem Hotel
Gallery Prawirota, dass wir um 16:00 Uhr erreichten. Wir schliefen erstmal eine Stunde und machten und dann unter der Dusche wieder frisch. Danach trafen wir uns alle wieder in der Lobby, um wieder um Restaurant ViaVia zu gehen, Ich aß wieder einen Beefburger und Susanne endschied sich für Teigtaschen mit Gemüse und Huhn. Dazu bestellten wir beide uns zusammen frische Spring Rolls.
Nach dem Essen erkundetet wir mit einigen Mitreisenden noch die Straßen und deren Läden. Wir beide besuchten noch einen Supermarkt und kauften Vorräte für die morgige Reise. Im Hotel trafen wir wieder die anderen und tranken noch ein Bintang. Auf dem Zimmer schrieb ich noch meinen Reisebericht bei einem Bier, das ich im ViaVia gekauft und mitgenommen hatte. Um 23:00 lagen wir dann im Bett.