Am Strand der Karibik auf der Isla de Margarita
Vor Ort erwartete uns vier bereits ein Van. Er machte den Kofferraum für unsere Rucksäcke auf und tatsächlich befanden sich unsere Koffer, die wir abgegeben hatten, darin. Damit hatten wir eigentlich nicht mehr nach dem ganzen Chaos gerechnet.
Der Kleinbus brachte uns zum
Hotel Dunes Beach Resort, das 40 Kilometer weit entfernt, an der Nordküste lag. Hier angekommen, passierten wir die Schranke mit Wachmann und erhielten unsere Zimmer. Müde von dem ansträngenden Tag vielen wir Todmüde ins Bett und schliefen uns erst mal in dem weichen Bett aus.
10.Tag (Do) bis 15.Tag (Do)Nun begann unser Badeaufenthalt im Strandhotel. Morgens beim Frühstück wurden wir direkt von Heidi begrüßt, die mit Linda und den zwei Jungs aus Russland auch hier untergekommen war, mit den Worten: "Ihr lebt noch !".
Klar, das wir alle zusammen am Strand zusammen ein Team bildeten und sie uns das Hotel zeigten.
Als erstes stellten wir fest, dass nicht nur der Zugang zum Hotel, sondern auch jedes Haus der Hotelanlage eine Bewachung durch Wachmänner hatte. Ebenso jeder Zugang vom Hotel zum Strand. Wir nannten sie Ola-Männer, da man sich ja immer begrüßte, wenn man sich traf.
Ein Capybara direkt auf der Terrasse.
Wir verbrachten viel Zeit am Strand, aber schauten uns gelegentlich auch die Gegend genauer an. Unter anderem erkundeten wir die Umgebung vom Hotel, wo nicht viel los war. Es gab nur einige Häuser der Einheimischen. Keine Läden, Restaurants oder Bars.
Weiterhin machten wir kleine Wanderungen zum Beispiel zum Leuchtturm oder zum Nachbarhotel, das alle wegen des Aussehens "Alcataz" nannten.
An einem spätem Nachmittag erlebten wir auf unserer Terrasse im Erdgeschoss eine kleine Überraschung: Eine kleine Herde
Capybaras graste friedlich davor und lies sich durch unsere Anwesenheit kaum aus der Ruhe bringen. Toll, wie nah wir an die Tiere heran konnten. Sie ließen sich nicht mal durch ein Blitzlicht stören. Wir trafen anschließend noch öfters am Abend hier auf welche.
Am Abend gingen wir meistens zu der Show, die jeden Abend auf einer großen Bühne am Strand aufgeführt wurde. Es wurden lateinamerikanische Tänze mit tollen Kostümen aufgeführt. Beendet wurde jeder Abend durch einen speziellen Song über das Hotel, bei dem auch alle Angestellte mit machten und sangen. Es war eine Art Rap, wobei immer der eine Barmann den Refrain sang.
Im Taxi zum Markt in Polamar auf der Isla de Margarita
Nach einigen Tagen beschlossen wir alle zusammen, mit einem Shuttelbus des Hotels in die Hauptstadt der Insel
Polamar zu fahren. Man konnte die Fahrt vom Hotel aus buchen. Hier schauten wir uns ein wenig die Innenstadt an und gingen danach in eine Einkaufs-Plaza nahmens "Centro Sambil". Nach so viel Dschungel und Natur war es wirklich mal Interessant, durch so einen Luxus zu spazieren und ab den Läden zu staunen.
Doch das reichte uns noch nicht und so beschlossen wir, zum Markt "Mercado de Conejero", der im Reiseführer beschrieben war, zu laufen. Natürlich hatten wir bald die Orientierung verloren und wussten nicht mehr, wie es weiter ging. Die Straßenkarte half nicht mehr weiter. Doch da war ja eine Autowerkstadt in der auch gerade ein Polizeiwagen mit Beamten stand. Daher beschlossen wir, dort nach dem Weg zu fragen.
Als wir den Beamten sagten, wohin wir wollten machten sie uns klar, dass wir keinesfalls weiter laufen könnten. Es sei viel zu gefährlich. Selbst als Gruppe von acht Personen würden wir als Touristen erkannt, mindestens überfallen und ausgeraubt werden. Dabei würden die Banden auch nicht vor Gewalt und Waffen zurückschrecken.
Der Polizist sprach kurz mit dem Werkstadtinhaber und der telefonierte dann kurz. Wenige Minuten später fuhren zwei amerikanische Straßenkreuzer aus den 70ern mit Taxi-Schild am Armaturenbrett auf den Hof.
Die Taxen würden uns zum Markt fahren und auch auf uns warten. Keinesfalls sollten wir für die Rückfahrt in ein anderes Taxi steigen. Alles viel zu gefährlich. Selbst unseren Marktbesuch wäre nicht ohne Risiko, aber das könnten wir riskieren, denn der Markt würde gut überwacht.
So machten wir das dann auch. Als erstes entschuldigte der Fahrer sich für die Hitze im Wagen, denn trotz offener Fenster war es sehr warm darin. Der Heizungsregler war wie die Klimaanlage kaputt und daher lief die Heizung immer mit voller Kraft. Doch wenigstens waren die Polster sehr weich und gemütlich.
Wir schauten uns den Markt an, wo es eigentlich alles zu kaufen gab, was man so brauchte. Ebenfalls wurden auch viele Fälschungen, zum Beispiel Nike und Adidas Sportschuhe Made in China angeboten. Die Preise waren auch recht niedrig. Wir kauften nichts, aber es war sehr Interessant, da wir hier die einzigen Touristen waren.
Dach dem Marktbesuch gingen wir zu den Taxen und sie brachten uns zurück zu der großen Plaza in Polamar. Von dort aus fuhren wir dann wieder mit dem Bus zurück ins Hotel.
Die restlichen Tage verbrachten wir dann wieder am Strand mit den neuen Freunden und grüßten immer schön die Ola-Männer. Kommentar von Susanne: "Ich will nicht am Ola-Mann vorbei...". Inzwischen kannten wir ja einen unbewachten Weg.
Markt in Polamar auf der Isla de Margarita.
16.Tag (Fr) Nach dem Frühstück wurden wir von einem Kleinbus abgeholt und zum Flughafengebracht. Um 18:45 startete dann unser Rückflug mit einer Maschine der Condor. Dieses mal landeten wir aber zuerst auf Trinidad, um zu tanken. Die Einreiseformulare hatten wir schon ausgefüllt, doch dann wurde uns doch erlaubt, im Flugzeug zu bleiben. Es wurde nach dem Aussteigen einiger Passagiere eine Sicherheitskontrolle durchgeführt, wobei das Handgepäck im Flugzeug gecheckt wurde.
Anschliessend ging es weiter nach Frankfurt. Hier landeten wir planmäßig morgens um 9:25 Uhr am 1.12. 2005. Hier genossen wir zuerst mal einen heißen Kaffee im Flughafen und stiegen in den nächstmöglichen ICE im Fernbahnhof in der 2.Klasse nach Duisburg.
Von Duisburg gelangten wir dann mit einem Taxi nach Hause. Unsere Abenteuertour war zu Ende. Doch unsere Pläne nicht. Es galt ja wieder, ein Jahr zu sparen und dann wieder auf Fernreise zu gehen. Es gab ja noch viele Orte auf der Welt, die wir nicht gesehen hatten. Doch Venezuela würde immer in Erinnerung als Abenteuer Pur im Gedächniss bleiben. Wir hatten eben Abenteuer gebucht...