In rasender über die Arme des Orinocco.
3.Tag (Fr) Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück weiter in den Süden, wobei wir an einem Früchtemarkt am Straßenrand einen Halt einlegten. Weiter ging die Fahrt bis nach Templador, wo wir uns an einer Raststädte mit Proviant eindeckten. Von dort aus ging es nach Osten zu der kleinen Hafenstadt Boca de Uracoa, einem kleinen Hafen im Orinoco Delta. Die Delta Region ist die Heimat der
Warao Indianer.
Hier wurde der Bus ausgeladen und wir stiegen in Schnellboote um. Diese hatten jedes zwei 90 PS Aussenborder. Nun ging es in rasender Fahrt 1,5 Stunden durch die Arme des Orinoco. Am Ufer waren endlose Regenwälder mit gelegentlich einigen Hütten der Wararos. Als plötzlich ein Regen einsetzte, zogen wir alle eine große Plane über uns, um nicht nass zu werden. Doch der Schauer war schnell wieder vorbei. Nass waren wir eh wegen der rasenden Fahrt.
Das Boot legte an einer offenen Holzhütte am Ufer an. Die
Orinoco-Delta Lode war erreicht und wir luden das Gepäck aus. Bei einer ersten Besichtigung der Loge entdeckten wir auch einen Käfig mit einem
Tapir (der sehr unangenehm roch) und einen weiteren Käfig mit einem
Jaguar. Ebenso gab es einen Käfig mit einem
Puma. Wir hofften, das dar alte Drahtzaun noch ein paar Tage halten würde.
Wir angeln Piranhas im Orinocco-Delta

Piranha am Haken
Im Restaurant der Lodge gab es für uns ein Mittagessen. Anschliessend bestiegen wir ein kleineres Boot mit 2 x 75 PS Außenbordern. Es ging durch die Flüsse, wobei wir am Ufer des dichten Urwalds nach Tieren suchten. Es gab hauptsächlich verschiedene Vögel zu entdecken. Auf einem Ast über dem Fluss lag malerisch eine Boa, die es sich dort gemütlich gemacht hatte. Wir witzelten, dass man sie sicher jeden Morgen dort für die Touristen aufhängt.
Nach einer Weile machten wir an den Bäumen am Ufer fest und es wurden Angelrouten verteilt.
Einer der Bootsleute schnitt mit einer Machete Fleischstücke zurecht, die wir an den Haken befestigten. Es dauerte nicht lange, bis einer den ersten
Piranha an der Angel hatten und wir sein Gebiss bestaunen konnten. Wir beide hatten weniger Erfolg. Mir bissen die Piranhas immer wieder den Köder ab, bevor ich die Angel anschlagen konnte.
Nach einer Weile holte dann der Kapitän eine große Kühlbox heraus. Darin waren einige Flaschen brauner Rum und Cola. Plastikbecher hatte er auch mitgebracht. Wir angelten und tranken bis kurz vor dem Sonnenuntergang. Die Piranhas haben wir übrigens alle wieder frei gelassen. Es war zu wenig dran, dass es sich gelohnt hätte, sie zu grillen.
Dann ließen sie die Motoren an und es ging in rasender Fahrt zurück ins Camp. Unterwegs versuchten wir bei Sonnenuntergang,
Orinocodelfine zu finden, doch wir hatten keinen Erfolg dabei.
Eine Vogelspinne
In der Lodge wartete bereits ein Abendessen auf uns. Nach dem Essen wurden wir alle in eine größere Hütte geschickt, um uns passende Gummistiefel für morgen rauszusuchen. Nach einer Weile hatte jeder ein paar passende gefunden und wir brachten sie zu unserer Hütte. Den Abend verbrachten wir an der Bar. Einer der anderen Reiseleiter hatte eine Vogelspinne mitgebracht und wer den Mut hatte, konnte sie mal vorsichtig nehmen und sich über den Arm laufen lassen. Natürlich lies ich mir das nicht entgehen, nahm sie vorsichtig und setzte sie mir auch mal auf die Hand und lies sie mir den Arm hoch krabbeln. Dann setzte ich sie vorsichtig wieder ab.
4.Tag (Sa) Nach dem Frühstück legten Boote der Wararo an der lodge an und sie boten handgeschnitzte Andenken an. Ich entschied mich für eine Schnitzerei in Form eines Warans oder Caimans mit einem Fisch im Maul, wobeidie angebotenen Dinge wirklich nur Kleingeld kosteten. Anschliessend zogen wir unsere Gummistiefel an und namen auch unsere Regenjacken mit. Freko hatte uns vor den Mücken gewarnt, auf die wir treffen würden.
Dann ging es wieder in die Boote und wir wir konnten einen grossen Tukan auf der Bootsfahrt im Delta sehen.
Bald machten wir am Ufer fest und stiegen aus dem Boot in das sumpfige Gelände. Tausend Mücken schwärmten herbei und versuchten uns zu stechen und selbst Regenjacken und Kapuzen hielten sie nicht auf. Susanne zählte am Abend über 100 Stiche an ihr.
Mit der Fähre überquerten wir den Orinoco.
Als nächstes stellte ich fest, dass einer meiner Gummistiefel undicht war. Aber damit konnte ich leben. Man erklärte uns die vielen verschiedenen Pflanzen und dann wurde kurzerkand eine kleine Palme mit der Machete gefällt und zerlegt, um an das Palmherz zu gelangen. Ein frischeres habe ich noch nie gegessen und es schmeckte besser als das, was wir hier in Dosen kaufen können.
In rasender Fahrt ging es dann wieder zurück in das Camp wo jede Menge Kokosnüsse lagen. Sie wurden mit der Machete mit zwei Handgriffen geöffnet und wir konnten so viele Trinken, wie wir wollten. Dabei konnten wir das Treiben der Affen in den Bäumen geobachten.
Anschliessend ging es wieder in die Boote und sie brachten uns wider
in der Hafen von Boca de Uracoa, wo unser Reisebus bereit stand.
Das Gepäck wurde in den Bus gepackt und die Fahrt Richtung Süden ging weiter. Bald erreichten wir das Ufer des
Orinoco und überquerten diesen dann mit einer abenteuerlich aussehenden Fähre.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant in Venezuela am Strassenrand.
Zur Mittagszeit machten wir an einem kleinen Restaurant am Strassenrand Halt. Hier gab es eine Art fluffiges, gefaltetes Brot, dass mit Hünerfleisch und Gemüse gefüllt wurde. Dazu gab es eine scharfe Souce aus fermerntierten Ameisen. Es war sehr lecker.
Hier hielt man auch rote Ara-Papageien in einem engen Käfig. Freko erklärte uns, dass die Regierung die private Haltung von Tieren, die vor Ort gefangen wurden leider nicht verboten. So fingen sich viele Leute ihre Haustiere selbst in der üppigen Natur oder kauften sie den Händlern oder Fängern ab.
Danach zeigte uns Freko, wie hier die traditionellen Maisfladenbrote gemacht wurden. Dazu wurde nur das Maismehl ohne Fett und Öl auf Steinenern Öfen "angeplätt" und erhitzt, bis es die Konsestens eines Pappendeckels hatte und auch so schmeckte (es gab frische Stücke zum Probieren).
Nun ging die Fahrt durch die Savanne und in die Steppe, bis wir El Callao gegen spätem Nachmittag erreichten und ein einfaches
Hotel (Rapidos) bezoden. Das Abendessen im Haus war inclusive und nicht schlecht und danach waren wir alle bald im Bett.